Besinnlich bis fetzig ging es im Theodor-Heuss-Gymnasium zu. Es spielten die Bläserklassen und das Schulorchester. Für manche Musiker bedeutete der Donnerstagabend eine große Premiere.
Die Mädchen und Jungen laufen mit Notenblättern und glänzenden Instrumenten noch etwas hilflos durcheinander. „Wo sollen wir jetzt warten?“, kommt die Frage auf. Eine andere Stimme meldet sich: „Wann nehmen wir denn unsere Plätze ein?“ Die Minuten vor der ersten öffentlichen Darbietung als Bläserklasse scheinen nicht verstreichen zu wollen.
„Das ist heute ihr erster Auftritt, und die Schüler sind alle schrecklich aufgeregt“, berichtet Claudia Scheibner mit einem Schmunzeln. Nur zu gut kennt sie das Herzklopfen der Schüler vor Auftritten bei einem Schulkonzert. „Sie schaffen das, da bin ich sicher. Sie haben sich in den wenigen Monaten als Bläserklasse schon sehr gut entwickelt“, lautet das Lob der Musikpädagogin. Am Donnerstagabend brachte sie souverän Ruhe in die junge Klasse 5 b, indem sie das muntere Treiben vor ihrem Dirigentenpult einfach nur eine Weile beobachtete. Nur wenige Augenblicke später saß jedes Kind mit seinem Instrument auf einem Stuhl, wartete mucksmäuschenstill auf den Einsatz.
Auch die Stimmen in den Besucherreihen verstummten. Anspannung. Claudia Scheibner hob ihre Arme, und sogleich erfüllte flotte Marschmusik das Pädagogische Zentrum des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Mit dem kurzen Stück „Warme Semmeln“ durchbrachen die Debütanten das Eis. „Viktors Marsch“ folgte schon sichtlich lockerer, alle Anspannung war vorbei. Kräftiger Applaus dankte den jungen Musikern, von denen viele noch vor einem halben Jahr kein Instrument beherrschten.
Auch die Bläserklasse 6 b zeigte eindrucksvoll ihr Können. Mit „Megaforce“, einem Stück, bei dem stark das Schlagzeug beansprucht wurde, eröffneten die Schüler das Konzert. Weitere Einsätze gab es später, bei denen auch schon Solisten glänzen konnten. Etwas Swing aus der Feder von Harald Opitz, boten die Blechbläser bei „Von guten Mächten treu und still umgeben“.
Das Schulorchester, ebenfalls unter der Leitung von Claudia Scheibner, setzte dem Ganzen die Krone auf. Fetzige Stücke, wie „Born to be Wild“ ließen Eltern und Freunde erstaunen. Aber es war auch Platz für ruhigere Orchesterstücke und Solo-Einsätze. Dabei durften Weihnachtslieder nicht fehlen. „Last Christmas“, der Klassiker unter den amerikanischen Weihnachtsliedern, erklang eben noch, da reihten sich nahtlos die Kinder der Bläserklasse 6 b überraschend ein. „Ihr Kinderlein, kommet“ spielten sie harmonisch und flott, das Orchester gab sich schmunzelnd geschlagen und lauschte. Mit einem Weihnachtspotpourri erfreuten vier „Blues Brothers“ die Besucher. Krawatten, Posaunen, Trompeten und viel Humor – eine gelungene Darbietung.
Das große musikalische Finale gestalteten alle Bläserklassen sowie das Orchester gemeinsam mit „Jingle Bells“.
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