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Märtyrer des Erzbistums Köln aus der Zeit des Nationalsozialismus

Artikel von Sabrina Tilgner (Rheinische Post), erschienen am 13.11.2007

Aus christlicher Überzeugung wurden sie zu Widerstandskämpfern im Nationalsozialismus. Dafür gingen sie in den Tod: Märtyrer.
Die Ausstellung „Märtyrer des Erzbistums Köln aus der Zeit des Nationalsozialismus“ im Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) stellt bis zum 24. November Märtyrer des 20. Jahrhunderts vor.
Gestern wurde die Ausstellung auf 30 Schautafeln mit einem Vortrag von Dr. Karl-Joseph Hummel, Direktor der Kommission Zeitgeschichte, eröffnet.

„Aus christlicher Überzeugung wurden diese Menschen zu politischen Gegnern eines totalitären Regimes“, erklärte Hummel vor den Jahrgangsstufen elf bis 13. Nach Kriegsende waren Märtyrer alles andere als populär. Durch sie hatten die Menschen ein schlechtes Gewissen, die den Nationalsozialisten blindlings gefolgt waren.
„Man sah, dass es Menschen gab, die ihren Grundsätzen treu waren und ihren Tod dafür auf sich nahmen.“

Die Ausstellung zeigt Geistliche und Laien. Wie Pfarrer Franz Boehm, der 1945 im KZ Dachau starb, unter anderem weil er in seinem Pfarrhausgarten Jugendfeiern veranstaltete und so den geistigen Kampf gegen die Nazis unterstützte. 1934 predigte er: „Ich will mit dem Vorwurf eines stummen Hundes nicht belastet sein.“ Durch „die Einzelbiographien bekommen die Schüler einen persönlichen Bezug“, erklärte Karl-Joseph Hummel das Ausstellungskonzept. Das kam an. „Viele Deutsche haben im Dritten Reich keinen Widerstand geleistet. Interessant, dass es diese Einzelfälle gab“, erzählte Anna Sagolla (17) von ihren Eindrücken. „Die einzigen Widerstandskämpfer, die ich bisher kannte, waren die Geschwister Scholl.“

Schulleiter Achim Beyer holte die Ausstellung ans THG. „Die Beispiele hier machen den Schülern deutlicher, wie verletzbar die Menschenrechte sind“, ist der Schulleiter überzeugt. Den Nationalsozialismus hatten die Schüler zwar schon in der neunten und zehnten Klasse behandelt. „Aber erst jetzt haben sie die Reife, adäquat mit dem Thema umzugehen“, erzählte Christoph Menn-Hilger, Fachvorsitzender für Religion am THG.

Die Ausstellung des Bildungswerks der Erzdiözese Köln zeigt auch Schicksale außerhalb des Dritten Reiches aus den Missionsgebieten der katholischen Kirche: Schwester Maria Francis van den Berg wurde 1976 während des Bürgerkriegs in Rhodesien ermordet. Gemein hatten sie und die Märtyrer im Nationalsozialismus eines: Sie standen für ihre christlichen Grundsätze bis in den Tod ein.

Ausstellung für alle Bürger kostenfrei zu den Unterrichtszeiten am THG, Hermannstraße 23, vor- und nachmittags zugänglich.

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