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Geschichte des THG
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Radevormwald ohne Gymnasium
Vor der Gründung des THG waren alle abiturwilligen Schüler Radevormwalds auf die Gymnasien in der Umgebung angewiesen. 1964 besuchten nahezu 150 Radevormwalder Schüler das Röntgen-Gymnasium in Lennep und Ende 1966 gingen fast 200 Kinder aus Radevormwald auf auswärtige Schulen, deren Schulraumnot dadurch noch größer wurde, als sie ohnehin schon war.
Als der berechtigte Wunsch nach einem Radevormwalder Gymnasium immer stärker wurde, verhandelten Stadt und Land NRW darüber. Da das Land nicht bereit war, ein vom Staat getragenes Gymnasium einzurichten, kam nur ein von der Stadt bezahltes in Frage.
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Die Stadt meinte auch, die Baukosten der Schule in Höhe von etwa 4-5 Mio. DM aufbringen zu können, jedoch sah sie sich mit den jährlichen Folgekosten in Höhe von 500000 DM überfordert. Das Land war bereit, diese Kosten zu übernehmen und so wurde Radevormwald im Juni 1966 ein städtisches Gymnasium zugestanden und entsprechende Mittel in Aussicht gestellt. Dafür mußte die städt. Realschule auf einen notwendigen Anbau verzichten, da auf dem dafür vorgesehenen Bauland (in Gestalt eines angrenzenden Ackers) das Gymnasium errichtet werden sollte.
Auf der Ratssitzung vom 8. Dezember 1966 stellte der Stadtdirektor fest, daß von den inzwischen auf 6,5 Mio. DM gestiegenen Baukosten 70% das Land tragen würde. Am 19. April 1967 beauftragte der Hauptausschuß die Verwaltung, die Vorbereitungen zur Errichtung eines Gymnasiums zu treffen.
Man hatte den Bau in drei Abschnitte eingeteilt: ein erster Zug mit neun Klassen, eine Sporthalle für Gymnasium und Realschule und dann ein zweiter Zug mit weiteren neun Klassen. Zur Ratssitzung am Mittwoch, dem 26. April, konnte der Verwaltungschef schon erste Ergebnisse vorlegen: 65% der Baukosten würde die Regierung übernehmen, 15% der Kreis und 20% müßte die Stadt selbst bezahlen. Die Kosten für Bau und Einrichtung wurden auf 6 Mio. geschätzt, als Bauzeit für alle drei Phasen wurde die Zeit von 1968 - 1974 angenommen. Nachdem die Ratsmitglieder einstimmig dem Bau zugestimmt hatten, fehlte nur noch die Zustimmung des Kultusministers in Düsseldorf, die am 27.11.1967 folgte.
Inzwischen hatte Radevormwald einen Architektenwettbewerb für das Bauvorhaben überregional ausgeschrieben, aus dem 47 Einwürfe bei der Stadt eingingen. Als am 15. Mai 1968 die Ausstellung dieser Entwürfe beendet war, erklärte die eigens gebildete Jury, daß keiner der Vorschläge ohne Änderung verwirklicht werden Konnte. Schließlich verlieh man einem der Architekten, dem Dipl.-Architekten Bruno Lambart, den 1. Preis. Neben ihm wurden noch zwei andere Preisträger aufgefordert, ihre Pläne in entsprechender Form abzuändern. Der städt. Bauausschuß prüfte schließlich die drei überarbeiteten Pläne und nahm einstimmig den Entwurf Nr. 5 an, der von den Architekten Berms und Hanke erstellt wurde. Der Stadtrat wiederum sah über die Empfehlung seines Bauausschusses hinweg, indem er am 24.6.1968 einstimmig beschloß, dem Architekten Lambart die Planung zu übertragen. Die Bauleitung fiel jedoch dem Bauleitungsbüro Egon Papst aus Essen zu, Bauleiter wurde der Bauingenieur Hülsenbeck aus Essen.
Während dieser Vorgänge um das Aussehen des Gymnasiums, waren 22 Bewerbungen auf die zwischenzeitlich ausgeschriebene Stelle des Schulleiters eingegangen. Der Schulausschuß wurde am meisten von Ursula Preisser überzeugt, einer 42jähriger Oberstudienrätin, die nach ihrem Staatsexamen an Gymnasien in Kleve und Hilden tätig war und seit 1963 in Viersen unterrichtete. Direktorin Preisser und Bürgermeister Schroer bei der Grundsteinlegung am 7. Mai 1971.
Dem Votum des Schulausschusses folgte dann auch der Rat in der bereits erwähnten Sitzung vom 24.6.1968, und zwar einstimmig. In dieser Sitzung wurde auch einstimmmig der Namenspatron des bis dahin namenslosen Gymnasiums festgelegt. Der offizielle Titel der neuen Schule lautete dann: Theodor-Heuss-Gymnasium, Städtisches neusprachliches und mathematisch-naturwissenschaft- liches Gymnasium für Jungen und Mädchen in Radevormwald. Auch um die zukünftigen Schüler hatte man sich inzwischen bemüht. Schon Anfang Februar 1968 konnten die Radevormwalder Bürger in der Zeitung lesen, daß der gymnasiale Unterricht im Sommer mit zwei fünften Klassen in der Lindenbaumschule beginne. Das Gymnasium sollte sich dann in neun Jahren zur "Vollanstalt" ausbauen.
Den historischen Anmeldetermin setzte die Stadtverwaltung auf die Tage vom 29. April - 4. Mai. Während der Sommerferien bekamen die 70 zukünftigen Gymnasiasten einen Gutschein über DM 41,-, der zum Kauf der Schulbücher verwendet werden sollte. Am 7. August, zwei Tage vor Schulbeginn, fand eine Elternversammlung statt, bei der Frau Preisser nicht nur sich selbst, sondern auch ihre gleichfalls anwesende zukünftige Kollegin vorstellte: Frau Oberstudienrätin Elfriede Kraft.
Im Laufe des Abends gab die Schulleiterin die Stundentafel mit entsprechender Personalzuordnung bekannt. Sie selbst werde die Fächer Deutsch, Geschichte, Biologie und evangelische Religion erteilen, Frau Kraft Englisch, Mathematik, Erdkunde und später auch Französisch. Sport und Musik sollten vom städtischen Turn- und Sportlehrer Hans Schäfer unterrichtet werden, katholische Religion von Pastor Zimmer von der Kath. Kirchengemeinde Radevormwald. Für das Fach Kunst war der Bühnenbildner der städtischen Bühnen Wuppertal, H. Dreier gewonnen worden.
Am Freitag, dem 9. August 1968, Punkt 10:00 Uhr, begrüßte Bürgermeister Meskendahl die neuen Gymnasiasten nebst Eltern und Lehrkörper zur "Geburtsstunde" des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Der Unterricht für die zwei Klassen (eine evangelische und eine gemischt konfessionelle) begann nicht - wie ursprünglich geplant - in der Lindenbaumschule, sondern in der Grundschule an der Blumenstraße. Das THG zog erst 1969 in die Lindenbaumschule um. Der Auftrag zum Bau eines eigenen Hauses für das THG wurde Anfang 1971 vergeben und der erste Spatenstich am 22. März 1971 getan. Die Grundsteinlegung fand am 7. Mai und das Richtfest am 29. November des gleichen Jahres statt. 1973 konnte das THG in das neue Gebäude an der Hermannstraße umziehen. 1977 fand dann die erste Abiturprüfung des THG statt - 19 Schüler bekamen damals ihre Abiturzeugnisse.
Wird fortgesetzt ...
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