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Schulprogramm - Schule als Lebensraums

3.1 Caféteria

3.2 Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfebörse
3.2.1 Hausaufgabenbetreuung
3.2.2 Nachhilfebörse

3.3 Gesunde Schule - Bewegte Schule
3.4 Suchtprophylaxe
3.5 Streitschlichtung
3.6 Schulgebäude und Pädagogisches Zentrum
3.7 Lehrerraumprinzip
3.8 Vertretungskonzept

3.1 Caféteria

Durch großes Engagement des derzeitigen Schulpflegschaftsvorsitzenden konnte im Februar 2005 die neue Caféteria feierlich eingeweiht werden.

Rund 60 ehrenamtliche Helfer aus den Reihen der Elternschaft sorgen hier täglich von 8.30 Uhr bis 14.00 Uhr dafür, dass die Schüler in den großen Pausen oder in Freistunden gesunde Mahlzeiten zu günstigen Preisen erwerben können.

Ein sehr breit gefächertes Frühstücksangebot wird ergänzt durch einen abwechslungsreichen Speiseplan für warme Mittagssnacks, der mit großem Einsatz der Eltern immer wieder überarbeitet und mit Schülerwünschen abgeglichen wird. Dabei werden Angebote für verschiedene Geschmäcker genauso berücksichtigt wie Vorschriften zu religiösen Essgewohnheiten. Viele der angebotenen Produkte werden von örtlichen Lieferanten zu speziellen Konditionen geliefert.

Träger der Caféteria ist der Förderverein. Der Verkauf der Produkte ist so kalkuliert, dass keine großen Überschüsse erwirtschaftet werden, sondern nur die notwendigen Mittel zum Kauf von Ausstattungsgegenständen. Die günstigen Preise werden daher durch die unentgeldliche Tätigkeit der Eltern gewährleistet.

Das Caféteria - Konzept wird insbesondere in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der schulischen Betreuung sein, denn durch die Schulzeitverkürzung wird es einen steigenden Anteil von Nachmittagsunterricht geben. Die Caféteria gewährleistet die Möglichkeit einer zeit- und ortsnahen Verpflegung von hervorragender Qualität zu moderaten Preisen.

3.2 Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfebörse
3.2.1 Hausaufgabenbetreuung

In kleinen Gruppen werden hier Schüler der Klassen 5 – 7 täglich in der 7. Stunde von Oberstufenschülern der Jahrgangsstufen 11 und 12 bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben betreut.

Dieses Angebot bietet den Kindern und ihren Eltern einen festen Ort, an dem im Anschluss an eine Mittagspause ab 13.30 Uhr regelmäßig Aufgaben unter Aufsicht erledigt werden. Dabei können Mitschüler und Gruppenbetreuer bei kleineren Fragen durchaus einmal Hilfestellungen geben. Insgesamt versteht sich die Hausaufgabenbetreuung jedoch nicht als Nachhilfeunterricht, sondern gewährleistet ein regelmäßiges, den schulischen Alltag unterstützendes Konzept zur Betreuung über die reguläre Unterrichtszeit hinaus.

Das THG bietet mit der Hausaufgabenbetreuung Unterstützung für Schüler, aber auch eine Entlastung für die Eltern, die mit keinerlei Kosten für sie verbunden ist. Die Betreuer erhalten für ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung, die aus öffentlichen Mitteln finanziert wird.

Daneben profitieren sie auch von den pädagogischen Erfahrungen mit jüngeren Mitschülern, die sie in der Betreuung machen. An- und Abmeldungen (auch für einzelne Tage) sind jederzeit möglich. Organisiert wird dieses Angebot von Mitgliedern der Schülervertretung (SV). Sie stehen jederzeit als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung.

3.2.2 Nachhilfebörse

Gibt es Schwierigkeiten mit dem Verständnis des Unterrichtsstoffes, bietet die Schülervertretung eine kompetente Vermittlung auf der Suche nach einer geeigneten Nachhilfe an. Die SV führt eine Kartei mit Schülern aus der Oberstufe, die leistungsstark genug und zudem bereit sind, in einem oder mehreren Fächern Nachhilfe zu geben.

Die SV vermittelt den Kontakt zu den in Frage kommenden Oberstufenschülern. Alle weiteren Details (Termine, Bezahlung, etc.) werden daraufhin individuell zwischen den Nachhilfesuchenden und den Anbietern vereinbart und sind unabhängig von der Schule bzw. der SV.

Der besondere Vorteil dieses Angebotes unserer Schülervertretung ist die Nähe aller Beteiligten, so dass Kontakte schnell hergestellt werden können. In der Regel kennen die Oberstufenschüler das Lehrpersonal des THG gut und sind daher wesentlich besser mit den jeweiligen Modalitäten vertraut als „fremde“ Nachhilfelehrer. Die Tatsache, dass eine Rücksprache mit den unterrichtenden Lehrkräften jederzeit unkompliziert möglich ist, sichert ein zielorientiertes, unbürokratisches und schnelles Hilfesystem.

Davon profitieren in erster Linie die Unter- und Mittelstufe, aber auch die Unterrichtenden der Oberstufe gewinnen hier im Sinne von „Lernen durch Lehren“.

3.3 Gesunde Schule - Bewegte Schule

Ausgangspunkt des Konzepts „Bewegte Schule“ ist ein ganzheitliches Menschenbild. Am THG soll es nicht nur um die Vermittlung von Wissen gehen, sondern auch um den Erhalt der Gesundheit. Dabei ergänzen sich intellektuelle und motorische Anforderungen gegenseitig.

Der Sportunterricht ist selbstverständlich Basis und Ausgangspunkt dieser Bemühungen. Die Motivation unserer Schüler, sich und andere zu bewegen, wird z.B. durch den vermehrten und erfolgreichen Einsatz beim Landessportfest im Handball und Fußball gestärkt. Am Ende der Sekundarstufe I bringt die Skiexkursion Schüler sowie Lehrer als Lernende zusammen; gleichzeitig werden die Schüler über die Organisation und die Anforderungen der gymnasialen Oberstufe informiert.

In den zahlreichen Sport-AGs erhalten sie die Gelegenheit, neue Sportarten kennen zu lernen und die eigenen Fähigkeiten und Bewegungsfertigkeiten zu trainieren. Darüber hinaus sind die Möglichkeiten des Pausensports durch einige Maßnahmen erweitert worden:
ein markiertes Fuß- und Handballfeld,
ein Basketballspielfeld,
ein markierter Spielbereich für andere Spiele,
eine Spielbox, der die Schüler zu Pausenbeginn Bälle und Spielmaterialien entnehmen können.

Die Lehrer ergänzen den Unterricht durch Maßnahmen zur Konzentrations- steigerung. Dies geschieht durch die Verknüpfung intellektueller und motorischer Aufgaben, eine ca. dreiminütige Bewegungspause oder durch Atem- und Stilleübungen.

Der Lehrersport rundet das Konzept der gesunden und bewegten Schule ab. Hier werden die Lehrer im Sinne der Gesundheitsvorsorge selbst zu Übenden, die ihre Fitness in vielfältigen Spielen mit- und gegeneinander verbessern. Hin und wieder werden Schülergruppen zum Mitmachen eingeladen.

3.4 Suchtprophylaxe

Schulische Suchtprävention soll nicht erst einsetzen, wenn bereits Fälle von Suchtgefährdung bei Schülern zu erkennen sind, sondern vorbeugend. Kontinuierliche Arbeit ist Grundvoraussetzung für einen langfristigen Erfolg.

Um den ersten Schritt für ein überzeugendes Konzept der Suchtprävention zu ermöglichen, ist das folgende Modell geplant, das auf der Zusammenarbeit der Fachschaften Sozialwissenschaften und Biologie basiert.

Zentrale Einrichtung der schulischen Suchtprävention sind die von der Schule bestimmten Suchtberatungslehrer. Basierend auf deren Arbeit soll die Suchtprävention im Unterricht integrativ behandelt werden. Dabei führen die Fächer Biologie und Sozialwissenschaften/Politik in den Jahrgangsstufen 6 und 8 kooperativ und fächerübergreifend eine Unterrichtseinheit zum Thema Sucht / Drogen durch.

Diese Unterrichtseinheiten werden in Zusammenarbeit mit der Suchtberatung der Diakonie (im Rahmen einer schulinternen Fortbildung der betroffenen Fachschaften) vorbereitet und geplant.

Eine solche Fortbildungsmaßnahme ermöglicht die Integration aktuellster Erkenntnisse und Methoden der Suchtprävention in den schulischen Alltag. Im Rahmen der Unterrichtsreihen werden Exkursionen zu außerschulischen Suchtberatungsstellen (z.B. Diakonie) angeboten.

Die Aufgabe der Suchtberatungslehrer besteht zum einen darin, als Ansprechpartner für alle betroffenen Parteien zur Verfügung zu stehen, und zum anderen, die Arbeit von Fachlehrern, Klassenlehrern, Eltern und außerschulischen Suchtberatungsorganisationen zu koordinieren.

Die Vernetzung von Schule und Elternhaus, z.B. in Form von Elternabenden, eröffnet durch die Zusammenarbeit mit den Eltern eine möglichst breite Bandfläche der Suchtprävention. Langfristig ist ein Ausbau durch die Integration weiterer Fächer, z.B. Religion und/oder Sport, wünschenswert.

3.5 Streitschlichtung

Die Aufgabe der Arbeitsgemeinschaft Streitschlichtung besteht vor allem darin, dabei zu helfen, Streitigkeiten in der Schülerschaft, insbesondere der unteren Klassen, beizulegen.

Dabei tritt der Streitschlichter als unparteiischer Vermittler auf. Dieser versucht, mit den Streitenden den Verlauf und die Ursachen des Konflikts aufzudecken, Bewusstheit für die Situation des Kontrahenten zu schaffen und dadurch zu einer Lösung des Konflikts zu kommen.

Die Streitschlichter werden von eigens zu diesem Zweck geschulten Lehrern und von älteren, erfahrenen Streitschlichtern innerhalb eines Halbjahrs für ihre Tätigkeit ausgebildet.

Sie selbst profitieren von den Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen. Sie werden selbstsicherer und lernen, sich selbst besser zu verstehen.

3.6 Schulgebäude und Pädagogisches Zentrum

Lernen und Lehren finden an jeder Schule in verschiedenen räumlichen Bereichen statt. Zuerst im Klassenraum, dann im Fachraum, in der Sporthalle, während einer fachbezogenen Exkursion und nicht zuletzt in der Natur. Voraussetzung für erfolgreiches Lernen ist aber ein anregendes Umfeld: einladende Klassenräume und gut ausgestattete Fachräume. Beides ist am THG sowohl durch das Lehrerraumprinzip (vgl. Kap. 3.7) als auch durch funktional überzeugende Fachräume gewährleistet.

Ein besonderes Augenmerk wird bei uns aber auch auf den Bereich gelegt, in dem die intensivsten Schülerkontakte gepflegt werden: das Pädagogische Zentrum. Seit der weitgehend vollständigen Renovierung unserer Schule im Rahmen einer Projektwoche im Frühjahr 2005 erstrahlt auch das Pädagogische Zentrum in neuem Glanz.

Das alte muffige Grau-Braun ist freundlichen Terracotta-Tönen gewichen. Die vorhandenen Schaukästen wurden rot gestrichen und erhielten neue, attraktive Plätze. Der gesamte Raum ist durch halbhohe Trennwände strukturiert und erhielt durch vielfältige Grünpflanzen ein freundliches Ambiente. Jeder, der die Schule über diesen Eingangsbereich betritt, wird durch eine Büste unseres Namensgebers – Theodor Heuss – empfangen und kann sich hier über Geschichte und Gegenwart unseres Gymnasiums informieren. Somit bietet das Pädagogische Zentrum ein Bild, wie es unserer Schule auch inhaltlich entspricht: freundlich, modern und zukunftsorientiert.

Die Sitzgruppen für Schüler und die Ausgestaltung der Sitzstufen werden noch verbessert. Angestrebt ist hier die Ausstattung mit einheitlichen Drahtgeflecht-Bänken, die zugleich komfortabel wie auch optisch ansprechend sind; finden doch hier nicht nur Informationsveranstaltungen, sondern auch Theateraufführungen und Konzerte unseres Schulorchesters statt. Eine geplante neue Beleuchtungsanlage wird zu einem vollständig harmonischen Raumgefühl beitragen.

3.7 Lehrerraumprinzip

Seit Beginn des Schuljahres 2005/06 hat das THG anstelle des alten Klassenraumprinzips das Lehrerraumprinzip eingeführt. Kamen die Lehrer bislang in die Klassenräume der Schüler, gilt nun: Der Lehrer bleibt, die Schüler wechseln nach jeder Stunde den Klassenraum.

Die Einführung dieses innovativen Raumprinzips hat bereits zu einer erheblichen Qualitäts- und Effektivitätssteigerung geführt. Jedem Lehrer ist es nun möglich, seinen Raum den jeweils fachlichen und methodischen Erfordernissen entsprechend einzurichten.

Konkret bedeutet das: Im Raum des Fachlehrers hängen an der Wand Deklinations- und Konjugationstabellen; die Unterrichtsräume des Erdkundelehrers sind mit geographischen, die des Geschichtslehrers mit historischen Karten ausgerüstet. Im Raum des Deutschlehrers stehen wichtige Nachschlagewerke, in dem des Mathematiklehrers Formelsammlungen zur Verfügung.

Darüber hinaus sieht der THG - spezifische Schulentwicklungsplan eine Ausstattung sämtlicher Lehrerräume mit einer Video-Einheit, bestehend aus einem Fernseh- und Videogerät sowie einem DVD-Player, einem Tageslichtprojektor und einem Computer mit Internet-Anschluss vor.

Die bereits begonnene und über einen Zeitraum von zwei Jahren geplante „mediale Aufrüstung“ unserer Schule ist indes unabdingbar an die Existenz des Lehrerraumprinzips geknüpft. Denn angesichts auch an unserer Schule leider immer wieder auftretender Akte mutwilliger Zerstörung ist eine kostenintensive mediale Ausstattung sämtlicher Räume an die permanente Kontrolle der für einen bestimmten Raum verantwortlichen Lehrer gebunden.

Dank des Lehrerraumprinzips wird es den Schülern in Zukunft möglich sein, ihre fachspezifische Literatur in dazu eigens zur Verfügung gestellten Schränken aufzubewahren.

Weitere Vorteile sind, neben dem nicht unwesentlichen Aspekt der Sauberkeit der einzelnen Räume, das Erlebnis eines gleichsam personalisierten Lernens: der Lehrerraum führt den einzelnen Schüler dazu, sich höflich zu benehmen, da er Gast des Lehrers ist. Dies gilt vor allem im Falle von Vertretungsstunden.

Darüber hinaus fördert diese Form des Lernens die Identifikation: einerseits identifiziert sich der Kollege mit dem Raum, andererseits stellt sich eine größtmögliche Nähe zwischen Schüler und Lehrer dergestalt ein, dass der Lehrer für den Schüler jederzeit auffindbar und ansprechbar ist. Ferner steht in den Wechselpausen mehr Raum zu Beratungsgesprächen zur Verfügung.

3.8 Vertretungskonzept

Im Hinblick auf zentrale Leistungsüberprüfungen (Stufe 10 und Abitur) ist Unterrichtsausfall mehr denn je zu vermeiden. Dem entsprechen auch die jüngsten Auflagen des Ministeriums.

Die Personalversorgung an den Schulen reicht jedoch nicht aus, um Unterrichtsausfälle, insbesondere durch Fachvertretungsunterricht, aufzufangen. Hier wird unser noch zu entwickelndes Konzept ansetzen: Einerseits soll Vertretungsunterricht sinnvoll für selbstständiges Üben und vertiefendes Arbeiten genutzt werden können. Andererseits müssen die zur Vertretung eingesetzten Lehrkräfte insofern entlastet werden, als sie lediglich die selbstständige Arbeit der Lerngruppe verwalten und beaufsichtigen.

Im Hinblick auf das Zentralabitur erfolgt die Ausrichtung des Konzeptes, auch in der Oberstufe, auf eine Stärkung des eigenverantwortlichen Lernens und Arbeitens an einem vorgegebenen, jahrgangsstufenbezogenen Lehrplan.

Das seit einem Jahr bestehende und von der Schülerschaft intensiv genutzte Selbstlernzentrum und die in Planung befindliche Mediothek liefern die sächlichen und räumlichen Voraussetzungen.