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Bläserklassenfahrt nach Châteaubriant

Die Bläserklasse 6b war Ende des Schuljahres 2005/06 in unserer Partnerstadt Chateaubriant, um als musikalische Gruppe die Stadt Radevormwald und unser THG zu vertreten. Höhepunkt der 3-tägigen Reise war natürlich der Auftritt auf der Freiluftbühne  auf dem Place E. Breant, gleich am Rathaus von Chateaubriant.

(Bilder zur Vegrößerung bitte anklicken - es öffnet sich ein neues Fenster, das anschließend wieder geschlossen werden muss!)

         
  Châteaubriant   Stellprobe  
         

Stellprobe

Erste Überlegungen zu der Reise gab es schon im Januar 2006,  die Vorbereitungen dauerten lange – ging es doch um Zuschüsse, Erlaubnis zur Reise, Pässe u. v. m.  Doch endlich war es soweit: Der Bus wurde bereits am Mittwoch mit allen Instrumenten beladen, bereichert um das Schlagzeug für unseren Drummer Marius Radermacher aus der Jahrgangsstufe 12 und die Posaune unseres Solisten Sascha Gräfe aus der 1. Bläserklasse, jetzt Klasse 10 a. Damit war der Gepäckraum des Busses schon halb voll.

Pünktlich um 5.30 Uhr waren am Donnerstag alle am THG, vergessene Ständer sorgten noch für unfreiwilligen Lärm in der Hermannstraße, so dass wir für alle Anwohner  hörbar um 6.00 Uhr abfuhren.
Mit 4 Rastaufenthalten in Belgien, vor Paris, in Chartres und vor Laval wurde die Reisezeit dank der längeren Pausen, des immer besser werdenden Wetters und nicht zuletzt aufgrund der geplatzten Hose von Daniel beim Ballspiel erheblich verkürzt.

In Chateaubriant erwarteten uns am ACLA die Freunde von Fam. Scheffels, unseren Dolmetschern, das Ehepaar Claude und Marthe Bauregard. Als Mme. Bigot eintraf, fühlten wir uns im ACLA, dem wunderschönen Jugendzentrum der Partnerstadt, schon richtig zuhause. Unsere Instrumente waren hier gut aufgehoben, das Essen immer klasse, vor allem das Frühstück wurde sogar in deutscher Sprache serviert – von Fam. Scheffels.

Wie groß war aber der Schock, als wir unser Nachtquartier sahen: „Bringen Sie uns ins Gefängnis?“ Das Internat ohne Schüler sah nicht sehr einladend aus, Komfort wird hier auch nicht groß geschrieben, aber es gab für jeden ein Bett, in „Schichten“ die Möglichkeit zu duschen und sich zu waschen. Dafür wurden wir am Morgen alle zusammen geweckt mit der durchdringenden Schulklingel. Bei den spartanisch eingerichteten Zimmern kann man sagen, dass es jedem Schüler zu Hause wohl sehr viel besser geht. Jedenfalls kannte bis dahin keiner von uns eingeschlagene Duschentüren, weil das Licht in den Duschkabinen nicht inzuschalten war.

Mit Ballspielen, gemeinsamen Mahlzeiten im ACLA, Ausflug in die Stadt und kleinen Episoden wie Collins Begegnung mit seiner Partnerfamilie, Tills 2facher Untersuchung der Wassertiefe des zum Baden verbotenen Gewässers, Roberts „slow motion“- Sturz über seine ständig offenen, viel zu langen roten Schnürsenkel, dem schon geplanten Termin beim Augenarzt für Salvatore, den wir dann doch absagen konnten und vielen anderen aufregenden Begebenheiten ging die Zeit bis zum großen Auftritt viel zu schnell vorbei.

So haben wir auch gar nicht bemerkt, dass wir noch viele Stunden geprobt haben. Diese Probenstundenzahl dort entspricht so etwa einem ganzen Monat Unterricht in der Schule. Danach schritten wir zu unserem großen Auftritt.

Wann wir spielen sollten, wussten wir ja schon vorher, aber wir hatten nicht einkalkuliert, dass in den südlichen Ländern die Uhren im Sommer anders gehen. So wurden alle Pläne mehrfach geändert. Wir haben unser 5-Gänge-Menüe viel zu schnell eingenommen, waren deshalb reichlich satt und auch schon müde, bevor der wichtigste Teil unserer Reise begann.

Pünktlich zur offiziellen Feierstunde des Partnerschaftsjubiläums waren wir zur Stelle, d.h. am Place E. Breant.  So konnten wir Herrn Dr. Korsten und anderen Radevormwaldern schon laut applaudieren, doch als wir nach allen Musikschülern und der Tanzgruppe aus Chateuabriant nach gut 2 Stunden Wartens endlich spielen durften, war auf dem Platz kaum noch ein Zuhörer zugegen. Da waren wir schon etwas enttäuscht!
Aber wir haben es geschafft:
Mit jedem Stück haben wir neue Zuhörer angelockt und am Ende war der Platz E. Breant wieder richtig voll.

Mit einem kleinen privaten Feuerwerk von Wunderkerzen haben wir am Bus unseren Abschied gekrönt, bevor wir unter Winken und Hupen Chateaubriant mit dem Geschenk an die Stadt Radevormwald im Bus die Partnerstadt verlassen haben.

In einer ruhigen Nachtfahrt brachte uns unser Busfahrerehepaar Gräfe wieder nach Radevormwald, wo wir bis zum nächsten Schultag am Montag doch ein bisschen ausschlafen konnten.
 
Fazit: Man müsste französisch sprechen können, dann wäre es doppelt so schön!

Aber: Musik ist international, da klappt alles!

 

Weitere Informationen zum Konzept der Bläserklasse finden sie hier.

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