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Der Beitrag des Faches Religion zum Schulprogramm
Man zündet nicht ein Licht an und stellt es unter den Eimer, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet es allen, die im Hause sind.
Dieser Satz aus der Bergpredigt öffnet den Zugang zum Sachverhalt "Religionsunterricht am THG" in zweierlei Hinsicht:
Zum einen stellt er eine typische Handbewegung des Faches vor - man greift zur Bibel und liest nach -, zum anderen begründet er die Notwendigkeit für den RU, Profil zu haben.
Dieses wird erkennbar
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durch eine ständige Auseinandersetzung mit der Tradition.
Wenn allerorten vom Traditionsabbruch die Rede ist, dann ist es klar, dass die Leuchtkraft nachlässt. In diesem kulturellen Horizont müssen wir leben, in ihm arbeiten, aber nicht kapitulieren. Die Abnahme des christlichen Deutungsmonopols in unserer Gesellschaft, die Schwächung der Institution Kirche heißt nicht automatisch, dass der RU als gesellschaftliche Kraft erledigt ist. Der RU übernimmt hier bewusst die Aufgabe einer religiösen Alphabetisierung. |
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durch die Vermeidung eines religionspädagogischen Provinzialismus.
Die weltweiten Vereinigungsbewegungen und die daraus resultierende Weite werden gegen den Provinzialismus gestellt. Der RU, der einübt in das Verstehen des Anderen im Horizont bestehender Gemeinsamkeiten, leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Friedensfähigkeit zwischen den Völkern, Religionen und Konfessionen.
Gerade wenn die kulturelle Identität unsicher ist, muss sie geklärt werden. Die Begegnung mit anderen Kulturen auch in Radevormwald zwingt dazu. Im Zuge der Globalisierung von Märkten und Kommunikation muss man auf einen Zusammenstoß gerade religiös geprägter Kulturen und Gesellschaften vorbereitet sein. Unsichere Leute werden leicht radikal und leidenschaftliche Vereinfacher. Sich selbst und den anderen verstehen, dazu gibt es keine Alternative. |
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durch die Überwindung einer verführerischen Nischenzufriedenheit. |
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Die Reduzierung auf therapeutisches Handeln, emotionale Betroffenheit und schmückendes Beiwerk bei "Highlights" der Schule ist zu wenig.
Der RU kann auch auf andere Traditionen zurückgreifen, nämlich auf kritische Kräfte, wie sie etwa im Protest, in Mündigkeit, Gewissensfreiheit und Solidarität zur Geltung kommen. Hierin sehen wir ein zentrales Lernziel.
Der RU bestimmt korrigierend den Kurs mit und kümmert sich nicht nur um die Geschädigten, Beschädigten und Verletzten des gesellschaftlichen Kampfes.
Mit einem so skizzierten Profil beteiligt sich der RU an der Erstellung und Weiterentwicklung eines Schulprogramms.
Dazu bieten sich Beiträge aus folgenden Bereichen an:
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auf der Ebene der schulinternen pädagogischen Diskussion mit dem Ziel einer Konzeptentwicklung. Folgende Aspekte sind hier zu berücksichtigen: |
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Religion als Fundament unseres kulturellen Gedächtnisses, |
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das christliche Menschenverständnis als Identitätsangebot, |
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gesellschaftliche Mitverantwortung, insbesondere Einsatz für die Schwachen und Entrechteten, |
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ökumenisches Lernen, |
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Hinführung zu Spiritualität als Dimension vertieften Lebens. |
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| b) |
auf der Ebene des Unterrichtsfachs innerhalb der Unterrichtsarbeit der Schule.
Im Rahmen des Unterrichts sind folgende Beiträge für ein Schulprogramm denkbar: |
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Zusammenarbeit mit anderen Fächern, |
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Mitarbeit an fächerverbindenden Projekten, |
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Kontakte mit außerschulischen Lernorten, |
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RU als Raum handlungsorientierten Lernens, |
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RU als Fach von Schülerwettbewerben. |
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| c) |
im Bereich des Schullebens innerhalb einer Schule, die sich als ein Haus des Lebenlernens versteht, z.B. |
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Gestaltung eines Raumes der Stille |
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Teilnahme von Schülergruppen an Kirchentagen |
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Exkursionen zu Stätten religiöser Kultur |
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Kontakte zu Einrichtungen der Dritten Welt. |
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Die Richtlinien für den RU weisen auf den Dialogcharakter des Unterrichts hin. Ein solcher Dialog schließt natürlich auch das fächerverbindene Handeln ein. Diese Ausführungen sind bereits ein erster Schritt in diese Richtung. Der katholische und evangelische RU haben keine getrennte, sondern eine gemeinsame Vorstellung ihres Faches gegeben.
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