Frank Michalczak, RGA vom 05.07.2012

Generationen von Schülern kamen in den Genuss ihres Unterrichts. Nun kehren drei langjährige Pädagogen dem Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) den Rücken. Informatik-Experte Jürgen Döhl, Deutsch- und Geschichtslehrer Wolfgang Forster und sein Kollege aus der Sportabteilung, Birger Ronge, haben zum Ende des Schuljahres ihren Ruhestand erreicht. Letzterer begann bereits 1973 am THG.

Drei Jahre später stieß Wolfgang Forster hinzu. “ Ich war damals Referendar und wurde im Anschluss daran glücklicherweise übernommen“, erzählt der 63-Jährige, der die Schule noch in den letzten Jahren ihrer Aufbauphase erlebte. 1968 war der allererste Jahrgang im THG unterrichtet worden. 1977 legten diese Schüler ihr Abitur ab.

Vieles habe sich seither gewandelt, stimmen Forster und Döhl überein. Obwohl sie zu Beginn auch mal Klassen mit über 40 Mädchen und Jungen unterrichten mussten, sei der Alltag „belastender“ geworden. „Vieles gab es früher ja gar nicht. Schulkonferenzen, der pädagogische Tag, Lernstandserhebungen, zusätzliche Verwaltungsarbeiten, Langtage…“, listet Forster auf, der sich selber als „Schriftleiter“ des Gymnasiums bezeichnet. Der 63-Jährige war viele Jahre für die Öffentlichkeitsarbeit der Schule zuständig, schrieb Pressetexte und war auch für das Jahrbuch des Gymnasiums verantwortlich. „Das achte ist vor einigen Wochen erschienen.“

Sein Kollege Jürgen Döhl wechselte 1980 nach Radevormwald. Zuvor hatte er am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Remscheid gearbeitet und wurde über einen Schüler auf das THG aufmerksam. „Er war der Sohn von Mathelehrer Hubert Stangier, der damals schon im Rader Gymnasium unterrichtet hatte.“ Stangier bat Döhl damals um fachlichen Rat. Schließlich sollte Ende der 70er Jahre ein Computersystem am THG eingeführt werden. „Mein damaliger Schulleiter Dr. Spitzer war da weniger aufgeschlossen. So lange er Chef sei, komme ihm keine Computer-Anlage ins Haus – hat er gesagt.“ Jahre später, Döhl war bereits Lehrer am THG, registierte er mit Interesse, was die Schulaufsicht den Lehrern empfahl. „Wir sollten doch den neuen Medien gegenüber aufgeschlossen sein. Die Worte stammten von Dr. Spitzer, der nun bei der Bezirksregierung arbeitete…“, blickt Döhl mit einem Lächeln zurück.

Seine Bilanz am THG fällt positiv aus: In beinahe jedem Jahrgang hätten Schüler im Fach Informatik ihr Abitur abgelegt. Und für so manchen lieferten die Computer-Kenntnisse die Basis für die spätere berufliche Laufbahn.

Auch Wolfgang Forster pflegt heute den Kontakt zu einzelnen Schülern, denen er zuweilen noch im Studium mit Rat und Tat zur Seite stand. In einem Fall habe er sogar eine Diplom-Arbeit „sprachlich betrachtet“, wie er es umschreibt.

„Ihre“ Schule sehen die beiden für die Zukunft gerüstet. Die Austattung sei gut. Und nach wie vor sei das THG alles andere als anonym. Ausdrücklich loben Forster und Döhl die Arbeit des ehemaligen Schulleiters Achim Bayer, der an der Schule Aufbruchstimmung verbreitet habe. Es habe es verstanden, die Kollegen zu motivieren und für viele positive Veränderungen gesorgt.

Konkrete Pläne für den neuen Lebensabschnitt

Für den neuen Lebensabschnitt haben die beiden schon konkrete Pläne. Wolfgang Forster zieht es in zwei Monaten zu seinem Sohn und dessen Familie in die Pfalz. „Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine Flucht aus Rade“, hebt er hervor. „In der Pfalz leben unsere Enkelkinder. Außerdem wollen meine Frau und ich wandern und den Wein genießen.“ Jürgen Döhl plant derweil weitere Reisen mit seinem Wohnmobil. „Endlich mal außerhalb der Hauptsaison.“ Denn bislang war er ja auf die Schulferien angewiesen. An seinem Wohnort Ennepetal wird sich für den 62-Jährigen jedoch nichts ändern – auch nicht nach dem letzten Schultag, der morgen auch für ihn gekommen ist.