Frank Michalczak, RGA vom 24.11.2012

THG hatte den Nachwuchs zum Tag der offenen Tür eingeladen. „Tja, irgendwie kommt mir das hier alles fremd vor“, meinte eine junge Mutter, die sich gestern im Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) umsah. Vor 25 Jahren hatte sie dort das Abitur abgelegt, nun steht ihre Tochter vor dem Wechsel auf die Schule an der Hermannstraße.

Was sich dort alles verändert hat, was im THG heute den Kindern geboten wird – all das zeigten Schulleiter Matthias Fischbach-Staeding und seine Kollegen bei Rundgängen. Im naturwissenschaftlichen Trakt wurden Experimente vorgeführt, die Bläserklassen erwarteten Besuch bei offenen Proben. Wer wollte, konnte sich in der Mediothek umsehen oder bei einem Schulprojekt erleben, wie Roboter programmiert werden.

Der gestrige Tag der offenen Tür richtete sich an jene Jungen und Mädchen, die noch die vierte Grundschulklasse besuchen und nach den Sommerferien auf eine weiterführende Schule wechseln. Sie haben in Radevormwald die Wahl zwischen drei Schulformen – dem Gymnasium, der Real- und der Hauptschule, was sich aber wohl für den folgenden Jahrgang ändert. Bereits ab 2014 soll die Sekundarschule an die Stelle von Real- und Hauptschule treten. Eine Arbeitsgruppe mit den Schulleitern will nach dem entscheidenden Ratsbeschluss am 11. Dezember die Tätigkeit aufnehmen, um die Schulgründung vorzubereiten. „Wir haben bereits für den Januar einen Termin vereinbart“, so Fischbach-Staeding.

In der Arbeitsgruppe sollen auch Themen beraten werden, die das THG betreffen. Soll es zum Abitur nach 13 Jahren zurückkehren? Soll das Gymnasium zur Ganztagsschule werden? Das sind nur zwei Aspekte, mit denen sich Fischbach-Staeding und Co. beschäftigen. Einstweilen hofft er darauf, auch mit den neuen Schülern 2013 drei Klassen bilden zu können. Die Fühler sollen dabei auch nach Hückeswagen und Beyenburg ausgestreckt werden. Fest steht derweil, dass das THG kurzfristig Schüler verlieren wird. Durch den doppelten Abiturjahrgang werden im nächsten Jahr 125 junge Frauen und Männer die Schule verlassen. „Das werden wir durch die Neuzugänge nicht kompensieren können.“ Aktuell besuchen 684 Jungen und Mädchen die Schule – so viele wie schon lange nicht mehr.