Mdawi ist ein Dorf am Fuße des Kilimanjaro in Tansania in der Nähe der Stadt Moshi. Es ist geprägt von Bananenbäumen, Kaffeeanbau, Wegen aus roter Erde und vielen vereinzelten Häusern am Wegesrand. Im Rahmen unserer Projektarbeit für Neema e.V. besuchten wir diesen Ort mehrere Male für einige Monate und bekamen dabei einen guten Eindruck in die Lebenswelt seiner Bewohner. Viele Menschen dort meistern einen sehr beschwerlichen Tagesablauf und die Bildungschancen sind für viele Kinder eingeschränkt. Dies gilt insbesondere für diejenigen Kinder, die fernab ihrer Familien aufwachsen, weil ihre Eltern gestorben sind oder sich aus unterschiedlichen Gründen nicht um sie kümmern können. Etwa 15 solcher Kinder im Grundschulalter hat Pastor Lekey bei sich aufgenommen. Damit sie in der Schule gut mitkommen und eventuell die Chance bekommen, nach der siebten Klasse auf eine weiterführende Schule zu gehen, werden sie mehrmals in der Woche nachmittags von einem Mitarbeiter Lekys unterrichtet. Er heißt Isaya und arbeitet seit vielen Jahren für unterschiedliche Projekte in Mdawi. Wir von Neema e.V. haben ihn dabei als aufgeschlossenen und engagierten Unterstützer kennengelernt, der sich u.a. jahrelang um das Lernzentrum in Mdawi gekümmert hat. Inspiriert durch die Arbeit dort entschloss sich Isaya, eine Ausbildung zum Lehrer zu beginnen. Diese durchlief er, finanziell unterstützt durch Neema e.V., mit Freude und guten Noten. Dann jedoch wurde sein Teachers‘ College im Rahmen einer Antikorruptions-Aktion der neuen Regierung geschlossen und seine erbrachten Leistungen nicht anerkannt. Isaya stand von einem Tag auf den anderen wieder ganz am Anfang und war sehr frustriert. Damit seine Ausbildung nicht ganz umsonst war und weil wir an sein Talent als Lehrer glaubten, beauftragten wir ihn mit dem Unterrichten der Kinder in Pastor Lekeys Haus. Der Unterricht findet für fast alle Fächer statt und hilft den Schülerinnen und Schülern insbesondere bei der Vorbereitung auf die zentralen Prüfungen. Dafür zahlen wir ihm ein monatliches Gehalt von 70€, welches momentan noch von Spendengeldern finanziert wird, langfristig jedoch von den Schülerinnen und Schülern des Theodor-Heuss-Gymnasiums übernommen werden soll. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Bildungschancen dieser Kinder.
Fotos: Neema e.V.



