Zeitzeugen2021-03-12T10:01:47+01:00

Unser Zeitzeugenprojekt

Wenn Menschen sterben, sterben mit ihnen auch die vielen Erinnerungen an Ereignisse und Personen, die in ihnen weitergelebt haben. Diese Erinnerungen wollen wir konservieren! Radevormwald hat sich in den letzten 100 Jahren stark verändert, bedeutsame Persönlichkeiten hervorgebracht und immer wieder mit – durchaus auch positiven – Schlagzeilen bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt.

Im Rahmen dieses Projektes wollen wir herausragende Radevormwalder/-innen als Zeitzeugen interviewen – entweder zu ihrer Person oder zu besonderen Ereignissen. Dazu müssen wir intensiv recherchieren, die Interviews vorbereiten und Gesprächsgäste einladen. Die Interviews mit den Zeitzeugen sollen zudem als Videopodcast aufgezeichnet und anschließend auch auf der Bürgermedienplattform NRWision für alle Interessierten archiviert werden.

Derzeit entstehen die Zeitzeugeninterviews durch die engagierten Schülerinnen und Schüler des Geschichtszusatzkurses der Q2.

Informationen

Materialien und Downloads

folgt

Bisherige Zeitzeugengespräche

Die Videopodcasts mit unseren Zeitzeugen archivieren wir in der Mediathek von NRWision. Alle bisher dokumentierten Zeitzeugengespräche kann man sich hier noch einmal in voller Länge anschauen.

Ähnlich wie bei den Radiosendungen unseres Schulradios „THGfm“ sind bereits mehrere Zeitzeugeninterviews von NRWision, der größten Mediathek für Bürgermedien, als „Tipp der Woche“ ausgezeichnet worden.

Historie

Wie kam es zum Oberstufenprojekt „Radevormwalder Zeitzeugen“? 

Unser Geschichtszusatzkurs der Q2 im Schuljahr 2019/20 am Theodor-Heuss-Gymnasium in Radevormwald hat sich etwas ganz besonders überlegt:
Wenn Menschen sterben, sterben mit ihnen auch die vielen Erinnerungen an Ereignisse und Personen, die in ihnen weitergelebt haben. Diese Erinnerungen wollen wir konservieren! Radevormwald hat sich in den letzten 100 Jahren stark verändert, bedeutsame Persönlichkeiten hervorgebracht und immer wieder mit -durchaus auch positiven -Schlagzeilen bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Deshalb haben sich unserer Geschichtslehrerin, Frau Sonnborn, und unser Radiolehrer, Herr Kühn, zusammengesetzt und für das zweite Halbjahr ein innovatives Unterrichtskonzept überlegt.

Der Kurs hatte den Auftrag, in Kleingruppen Zeitzeugeninterviews mit lokalen Persönlichkeiten durchzuführen. Gesucht haben wir „ältere“ Personen, die bestimmte historische Ereignisse „live“ miterlebt haben. Durch ihre persönlichen Erfahrungen erzählen die Zeitzeugen subjektiv von dem Ereignis und dadurch kommen Emotionen und Meinungen besonders zum Vorschein. Hierdurch lassen sich die Schilderungen für den Zuschauer leichter nachempfinden.

Dabei sind wir wie folgt vorgegangen: wir haben uns zuerst mit der Frage beschäftigt: „Was sind überhaupt Zeitzeugen?“ Um diese Frage zu beantworten haben wir mit den Ipads der Schule und der WDR AR App digitale Zeitzeugen in unseren Klassenraum geholt. Nachdem wir uns weitere Interviews angeschaut haben, haben wir die Vor- und Nachteile verschiedener Kameraperspektive und Interviewformate diskutiert. Natürlich haben wir uns im Zeitalter des Datenschutzes dahingehend abgesichert, dass die geführten Zeitzeugeninterviews auch zukünftigen Generationen zur Verfügung stehen dürfen.

Auf Basis unseres gesammelten Wissens und der festgelegten Regeln haben wir in unserem Kurs die unterschiedlichen Themen auf die sechs Kleingruppen aufgeteilt und passende Zeitzeugen ermittelt: Einer der Zeitzeugen war Herr Harnischmacher (*1928). Herr Harnischmacher stand uns nicht nur für die Videoaufzeichnung des Zeitzeugeninterviews, sondern auch für ein umfangreiches Gespräch zur Verfügung, bei dem er uns von seinen persönlichen Erinnerungen an die Zeit des Zweiten Weltkrieges erzählt hat. Neben seinen Kriegserfahrungen schilderte er uns ebenso mitreißend seine Alltagserlebnisse als Jugendlicher in der Zeit des Nationalsozialismus. Gerade weil seine Ausführungen so authentisch waren, hörten wir alle ganz gespannt zu – und „wir“ waren nicht nur die Schülerinnen und Schüler des Geschichtszusatzkurses, sondern auch Neuntklässler sowie weitere Abiturienten, die ihre Freistunde sinnvoll nutzen wollten. Unser hohes Interesse an Herrn Harnischmacher spiegelte sich in vielen Nachfragen aller Anwesenden wider.
Die anderen Zeitzeugen waren zum Teil Familienangehörige oder aber andere ältere Radevormwalder Persönlichkeiten, wie z.B. Herr Biekowski und Herr Dürhager. Die Interviews wurden entweder in den Häusern der Zeitzeugen bei einer Tasse Tee oder in der Schule aufgezeichnet. Dabei wurden wir nicht nur von unserer Lehrerin, Frau Sonnborn, unterstützt, sondern auch von der Kunstfachschaft des THG, die uns dankenswerter Weise die Kameras zum Filmen ausgeliehen hat. Abschließend mussten die Videos noch geschnitten werden, um die interessanten und informativen Zeitzeugeninterviews von etwa 15-30 Minuten Länge für die Nachwelt aufzubereiten.

Damit nicht nur wir selbst, sondern alle Interessierten die Möglichkeit haben, sich diese Videos jederzeit ansehen zu können, werden wir unsere Zeitzeugeninterviews auch  auf NRWision, Deutschlands  größter Mediathek für Bürgermedien, archivieren.

Unsere Lehrer dachten wohl, dass, vor allem im Zeitalter von Medien, diese Idee deutlich mehr zum Tragen kommt und uns, den Schülern, mehr Spaß mache als der gängige Lehrbuchunterricht – sie haben Recht behalten!!!

Ein Artikel von Leonie Dietsch, Alina Drexel und Janik Kevenhörster, AbiturientInnen 2020

Beiträge zum Zeitzeugen-Projekt

Nachruf: Hans Dürhager – Erinnerungen, die weiterleben

Radevormwald hat sich in den letzten 100 Jahren stark verändert, bedeutsame Persönlichkeiten hervorgebracht und immer wieder mit positiven Schlagzeilen bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Auf eine fast ebenso lange Zeitspanne konnte der Radevormwalder Hans Dürhager am Ende seines Lebens zurückblicken, auf ein Leben voller Ereignisse und Erlebnisse, die ihm bis zuletzt in lebhafter Erinnerung geblieben sind...

September 21st, 2020|

Zeitzeuge erzählt Schülern vom Weltkrieg

Die Stadt auf der Höhe ist das Zuhause von Hans-Joachim Harnischmacher. Er ist 1928 geboren und hat alle Stadien des zweiten Weltkrieges als Jugendlicher und junger Mann miterlebt. Als Zeitzeuge ist er immer wieder an weiterführenden Schulen unterwegs und gestern besuchte er das Theodor-Heuss-Gymnasium. Lehrerin Linda Sonnborn hatte zwei ihrer Geschichtskurse zusammengetrommelt, damit die Schüler mit Hans-Joachim Harnischmacher ins Gespräch kommen und seinen Erfahrungen lauschen können. Mit 92 Jahren ist der Radevormwalder gut zu Fuß und versprüht Lebenslust- und Erfahrung. Seine Schulstunde als Zeitzeuge begann mit dem Eintreten in die Aula, in der die Schüler in einem großen Stuhlkreis saßen.

März 5th, 2020|
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