Wie fühlt es sich eigentlich an, alt zu sein? Wie ist es, andere Menschen im Alltag zu unterstützen? Und welche Chancen kann freiwilliges Engagement Jugendlichen bieten? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen am Montag, den 9. März, bei einer Infoveranstaltung zum Sozialführerschein an unserer Schule.
Zu Beginn stellte Frau Haupt-Schulte den Sozialführerschein vor und erklärte, wie die Anmeldung funktioniert und welche Einrichtungen dafür zur Auswahl stehen. Ziel des Projekts ist es, das ehrenamtliche Engagement junger Menschen direkt vor Ort in Rade zu stärken. Dabei erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, Orte wie Kindertagesstätten, Altenheime oder das örtliche Krankenhaus kennenzulernen und dort freiwillig mitzuarbeiten. Danach wurde es praktisch: Die Schülerinnen und Schüler konnten verschiedene Stationen ausprobieren, um selbst zu erleben, wie sich bestimmte altersbedingte Einschränkungen wie reduzierte Mobilität, gemindertes Sehvermögen oder zunehmende Gelenksteifigkeit im Alltag anfühlen. Besonders spannend war dabei der sogenannte Altersanzug. Mit Gewichten, speziellen Brillen und anderen Hilfsmitteln wurde schnell deutlich, dass selbst einfache Bewegungen plötzlich viel schwieriger werden können. Dabei waren auch Teamarbeit und Vertrauen wichtig, denn wer zum Beispiel mit eingeschränkter Sicht unterwegs war, musste sich von anderen begleiten lassen. Der Sozialführerschein bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, für einige Stunden freiwillig in sozialen Einrichtungen mitzuhelfen und dabei neue Erfahrungen zu sammeln. Insgesamt umfasst das Engagement einen zeitlichen Umfang von zwölf Stunden, in denen sie einen Einblick in soziale Berufe und den Alltag anderer Menschen bekommen können. Doch nicht nur die Einrichtungen und Menschen in Rade profitieren von der Unterstützung durch die Jugendlichen – auch die Schülerinnen und Schüler selbst haben etwas davon: Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten sie ein Zertifikat, das während einer kleinen Feierstunde durch den Landrat überreicht wird. Damit soll ihr Engagement gewürdigt und gleichzeitig dokumentiert werden. Außerdem kann das Zertifikat auch bei späteren Bewerbungen ein echter Pluspunkt sein, da es zukünftigen Ausbildungsbetrieben oder Schulen zeigt, dass die jungen Menschen Verantwortung übernehmen, Teamfähigkeit mitbringen und sich freiwillig engagieren. Der Sozialführerschein verbindet somit praktische Erfahrung mit sozialem Engagement und bietet den Jugendlichen eine wertvolle Orientierung für ihre persönliche und berufliche Zukunft.
Von Lara





